Michel Comte mit seiner persönlichen Version des Breuninger Maskottchens
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Er ist seit 1952 Teil der Breuninger Familie und hat in seiner beruflichen Laufbahn allerlei erlebt: der Breuni-Bär. Bereits im letzten Jahr hat er den Multimediakünstler Michel Comte zur „Goldenen Breuninger Weihnacht” inspiriert.

Neben den glanzvollen Schaufenster-Dekorationen entwarf Michel Comte eine persönliche Version des Breuni-Bären, die in einmaliger Kooperation mit dem traditionsreichen Unternehmen, der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, hergestellt wurde.

Im Zentrum der Breuninger Weihnachtskampagne 2019 und 2020 steht ein goldener Bär. Wie kam es zu dieser Idee?

Michel Comte: Bei meinem allerersten Besuch 2016 bei Breuninger in Stuttgart hat mir der CEO damals beim Verabschieden einen Breuninger (Teddy-)Bären geschenkt. Dieser sitzt seitdem bei uns zu Hause auf einem Kissen. Sie müssen wissen, ich bin ein bekennender Bären-Fan. In meinem Haus in Los Angeles habe ich einen Roboter-Bären, der mit mir spricht.

Letztes Jahr bin ich für meine Einzelausstellung „Light III” einige Monate durch China gereist. Es ging darum, eine große Porzellan-Installation mit 600 Teilen zu organisieren. Diese ist in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern in Peking und Jingdezhen entstanden, der Stadt, die 1004 zur Imperialen Porzellanmanufaktur ernannt wurde und es heute noch ist. Eines Morgens kam mir der Breuni-Bär in den Sinn und wie es wäre, ihn aus Porzellan zu fertigen. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los und so habe ich eine persönliche Version des Breuninger Maskottchens entworfen. Da sich alle in meinen Bären verliebt haben, war schnell entschieden, dass er der Protagonist der Weihnachtskampagne 2019 werden soll.

Ist Ihr Bär nicht auch ein wenig mit Chinas Nationalsymbol, dem Pandabären, verwandt?

Mit ihren aufgesetzten Ohren und der pummeligen Gestalt assoziiert man mit Pandabären oft riesige Teddys. Die kurzen Beine erinnern vielleicht etwas daran, doch für mich sitzt der Bär genauso da, wie es Babys tun. Die runde Form fand ich sehr wichtig. Einen Bären will man umarmen. Ich denke immer aus der kindlichen Perspektive. Auch habe ich mir ein Tier für Weihnachten gewünscht, das Liebe ausdrückt und das jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Die Breuninger × KPM Gold Edition ist in allen Häusern erhältlich und kostet 599 €. Der Bär (25 × 16 × 17 cm) ist der Ausgangspunkt der ersten Edition und auf 100 nummerierte und signierte Exemplare limitiert

Wie ist dann der Bär aus vergoldetem Porzellan entstanden?

Da wir den Bären in Deutschland realisieren wollten, kam für uns nur die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin infrage. Das Traditionsunternehmen fertigt seit über 250 Jahren Porzellan, Preziosen sowie Auftragsarbeiten in vollendeter Handarbeit und in höchster Qualität. Auch unser Breuni-Bär, der mit echtem, flüssigem Glanzgold umhüllt ist, durchlief bis zum fertigen Produkt einen aufwendigen Herstellungsprozess mit vielen einzelnen Arbeitsschritten und bis zu zehn Qualitätskontrollen.

Die Weihnachtskampagne ist eine Hommage an die Kugelform. Nicht nur der Bär ist rundlich, er wird von goldenen Kugeln begleitet.

Ich wollte, dass alles zusammenpasst. Ich liebe die Spiegelungen ins Unendliche, die durch die zahlreichen goldenen Christbaumkugeln entstehen. Der Bär, aber natürlich auch die Kunden werden sich darin spiegeln. Es ist wie ein Blick in die Unendlichkeit. In den Spiegelungen lassen sich Raum und Zeit, Stillstand und Bewegung, Subjekt und Objekt, Betrachter und Werk in einem vereinen. Die Verschmelzung von Kugeln und Betrachter ist ein immer wieder neuer Vorgang. Der Bär ist überall, er wird uns in den Schaufenstern, auf dem Geschenkpapier und als Begleiter beim Einkaufsbummel begegnen.

Ich denke immer aus der kindlichen Perspektive. Deshalb habe ich mir für Weihnachten ein Tier gewünscht, das Liebe ausdrückt.

Warum haben Sie in der diesjährigen Kampagne auf Rot verzichtet, was traditionell die Christfest-Farbe ist, und sich für goldene Weihnachten entschieden?

Gold verkörpert immer das Wertvolle, das Teure, das Höchste sowie das Edelste und ist für mich DIE Weihnachtsfarbe. Es macht den Bären kostbar, und Breuninger ist der Ort für Kostbarkeiten. Darüber hinaus ist es sehr schwer, ein gutes Rot hinzubekommen. Das gilt auch für viele Rots in Kunstwerken. Der Druck gibt sie selten richtig wieder. Ich beschränke mich in der Arbeit auf Materialien, die sich gut reproduzieren lassen. Für das Gold der Weihnachtskampagne haben wir zahlreiche Tests durchgeführt.

Um welchen Effekt zu erreichen?

Wir wollten ein warmes Gold, das an weiches Kerzen licht erinnert.

Was bedeutet Weihnachten Ihnen persönlich? Sie sind Kosmopolit, mit asiatischen Religionen vertraut. Hat das christliche Weihnachtsfest noch einen Platz in Ihrem Herzen?

Weihnachten bedeutet Familie. Ich denke an den Baum, an das Zusammenkommen und das gemeinsame Mahl. Man schenkt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. An Weihnachten geht es ums Geben, auch an die, die es nötig haben. Wir gehen von Tür zu Tür und wir spenden. Weihnachten ist eine Zeit des Teilens, des Nachdenkens, der Freude und Wärme. Dazu gehört auch das Kaminfeuer, die Kerzen, all das hat eine goldene Qualität.

Kehren Sie an Weihnachten in Ihre Heimat, die Schweiz, zurück?

Ja, selbstverständlich. Ich liebe die Schweiz um Weihnachten. Meistens sind wir in den Bergen